Rasenheizung

Wenn einer Bock hat und die Zeitung bekommt, kann er den Text ja abschreiben und hier einstellen.
Da ist das Ding.
Dafür dass dem Verfasser die Worte fehlen, hat er doch einige Seitenhiebe untergebracht ;)

Fehlen die Worte

Zur neuen Rasenheizung für Fußball-Regionalligist Sportfreunde Siegen:

Da fehlen einem fast schon die Worte. Die Stadt Siegen muss an allen Ecken und Enden sparen, für notwendige Reparaturen maroder Straßen ist kein Geld da. Das Radwegenetz in und um Siegen ist eine Lachnummer und besteht zumeist aus sogenannten „Schutzstreifen“. Richtige sichere Radwege können nicht finanziert werden. Aber das Leimbachstadion bekommt nun endlich eine Rasenheizung. Hier werden zigtausende Euro Steuergelder ausgegeben, für den Fall, dass die viertklassige Mannschaft Sportfreunde Siegen einmal in die 3. Liga aufsteigen könnte.

Dann wäre schließlich eine Rasenheizung gemäß den Statuten der Deutschen Fußball-Liga vorgeschrieben ... In Zeiten knapper Kassen sollte beim Verschwenden von Steuergeldern vielleicht ein wenig mehr Fingerspitzengefühl angewendet werden und beim Treffen von Entscheidungen genau abzuwägen, was notwendig ist und was nicht.

Davon mal abgesehen spielt das am meisten diskutierte Thema dieser Zeit bei dieser Aktion wohl überhaupt keine Rolle – der Klimaschutz. Was für ein Irrsinn! Nur damit bei strengem Frost bloß kein Spiel abgesagt werden muss.
 
Da gibt es einen Spruch mit einem Baum und einem Tier was sich an dem Baum reibt...

Schon nach der Spur für Radfahrer war es das bei mir..
 
Bei den Temperaturen wird mir schon anders, wenn ich das Wort Rasenheizung schreibe.
Kann das System eigentlich im August auch mit Kühlmittel befüllt werden und sozusagen gegen den Strich laufen? Dann kann der Leserbriefschreiber ja nochmal nachlegen.
 
Bei Copy & Paste bin ich echt gut 😇

Es gibt in Diskussionen leider immer weniger Grautöne. Asozial-medial geht es um schwarz oder weiß, der schrillste Sch*** bekommt die größte Aufmerksamkeit.
Klar ist eine Rasenheizung dekadent, da stimme ich zu. Aber der Verzicht auf Selbige löst kein einziges anderes grundlegendes Problem.
Und wie zu oft werden Themen vermischt, der Rasenheizung-Ablehner will die Million in Kitas stecken. Der Mensch im Pflegeheim hat wieder andere Prioritäten. Es gibt für jeden Bedarf eine Begründung, die Gewichtung gleicht der Quadratur des Kreises.

Für meinen persönlichen Anteil "SFS-Fan" freue ich mich wie Bolle auf die Rasenheizung. Macht Spieltage im Winter planbar, für mich super.
Gleichzeitig werde ich denken "was für ein Irrsinn!" - tausende Liter Öl verbrennen für ein einziges Fußballspiel.
Man kann es nicht allen recht machen, muss man auch nicht. Es gibt halt sagen wir 3.000 Leute im Kreisgebiet, die regelmäßig Bock auf Leimbachstadion haben. Das ist immerhin ein gutes Promille der Bevölkerung im Kreisgebiet.

Also weiterbauen, Nörgler nörgeln lassen und im kommenden Winter wie im Spielplan vorgegeben ins Leimbachstadion gehen.
Das ist schon auch ein Baustein auf dem Weg zur 3. Liga, wo vermutlich nicht nur ich allein unsere Sportfreunde so gerne sehen möchte.
 
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr was ich dazu sagen soll. Ja, es ist dekadent. Und ja, alle anderen, viel existenzielleren Probleme waren da, sind da und werden da bleiben. Das ist der Punkt. Es wird auch nicht besser, wenn keine Heizung kommt. Vielleicht spült es aber später ein paar Euro in die Kasse, wenn man es schafft aufzusteigen und das Ganze würde dann auch zum Wirtschaftsfaktor. Aber dann - und das ist jetzt schon klar wie Kloßbrühe - kommen die Nächsten oder die Gleichen aus den Löchern, die den Aufwand für die Spieltage aufs Tablett bringen. (z.B. Polizei) Da kommt man dann wieder schnell in den Grundsatzbereich: Es ist der Fußball, der durch und durch dekadent ist. Wenn er aber gewollt ist, trägt er einen guten Teil Dekadenz in die Bevölkerung. In vielerlei Hinsicht. Wohlfühlen tue ich mich dabei nicht. Aber außer beim Arbeiten soll man sich ja auch gar nicht mehr wohlfühlen. Fast alles in fast allen Lebensbereichen ist angezählt und infrage gestellt. Die Begründungen sind vielfältig. Ich bin dann wieder beim alten Rom. Heute liegt der Unterschied da, dass man den Menschen bei aller Last, Sorge und Mühsal Stück für Stück das Brot und auch die Spiele nehmen will. Kitas, Pflegeheime, bezahlbarer Wohnraum, all das lässt mich ans Überlegen kommen, wenn man das einer Rasenheizung entgegenstellt. Radwege wiederum nicht so. Aber bei 100.000 Einwohnern hat eben jeder andere Prioritäten.
 
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