Ich weiß, mein Beitrag wirkt sicherlich sehr kalt,...
Dein Beitrag ist nicht kalt oder abschätzig, er orientiert sich am besagten Geschäft. Das ist deine Meinung und letztlich hast du die ja in der Form von Anfang so vertreten. In Sachen Ticha u. Nabesaka argumentiere hauptsächlich ich und ein paar wenige andere eben nicht nur nach den Geschäftsmechanismen, sondern eher oder auch auf der emotionalen Ebene. Trotzdem wissend darum, dass es damit völlig gegen die Verhaltensweisen im Fußballgeschäft steht.
Natürlich kann man jetzt argumentieren das man so einem Jungen dann auch mal Spielzeit geben muss damit er sich weiter entwickeln kann.
Ich finde, dass das ein grundlegender Punkt ist, um den Spieler vollumfänglich zu beurteilen. Wenn er so schlecht ist, wie es jetzt den Anschein hat, dann hoffe ich , dass jene, die ihn mal verpflichtet haben, damals nicht Inhaber eines weißen Stocks und dieser gelben Binde am Arm waren. Ich bleibe dabei, dass ich so eine krasse Diskrepanz zwischen Erwartung und tatsächlichem Ergebnis beim einem Spieler hier so noch nicht erlebt habe. Das ist quasi ein Totalabsturz.
Aber ist er wirklich besser als Rumpf und/oder Mayer?
Nein, das ist er nicht. Zumindest ich habe das nicht behauptet. Aber er ist anders als die beiden. Das, was dem einen (Rumpf) fehlt, hat er biologisch mit in die Wiege gelegt bekommen. Kondition, Schnelligkeit und Athletik. Und er ist noch ein paar Jahre jünger. Das was Ticha fehlt muss trainiert werden und das braucht Zeit. Das, was Rumpf fehlt, kann man nicht trainieren. SFS möchte das Zertifikat als Ausbildungsverein bekommen, um darauf dann mal ein NLZ zu gründen. Ich hoffe, dass sie sich dann etwas mehr Zeit nehmen für die Spieler. Klar, im Spiel- u. Ligabetrieb ist es schwer, parallel noch Experimente zu machen. Aber so viel Zeit wie diese Saison, als es schon lange nichts mehr zu holen gab, hatte man selten. Selbst als es um die goldene Ananas ging, hat man ihm diese Chance nicht gegeben.
Ich persönlich habe aber doch ganz gerne immer die beste Elf aufm Platz. Und wenn die sportliche Leitung der Meinung ist das er da nicht zugehört dann nehm ich das erstmal so hin. Ich Maße mir nicht an das besser beurteilen zu können als die.
Wer will nicht die beste Elf auf dem Platz haben? Das ist doch der Wunsch von allen. Aber wie man anhand der geweckten Ansprüche und dem Ergebnis sehen kann, ist da allgemein noch ein wenig Luft nach oben. Da kann man Ticha nicht gesondert rausnehmen. Es maßt sich auch niemand an, mehr Ahnung zu haben, als die sportliche Leitung. So was nennt man Diskussion unter Fans, unter Tausenden von Trainern und Mini-Trainern, die es überall gibt. Allgemein kann man es auch als Interesse an dem was geschieht bezeichnen. Wenn ich aber mal ein Fünkchen Kritik üben darf, dann stelle ich die Frage, wer auf die Idee gekommen ist, im Winter Besong zu holen, der für eine Trefferzahl 10 plus x gut sein sollte. Klingt jetzt zugespitzt, aber ich finde nachfragen kann man ja mal.
Aber ich bin so optimistisch, dass die Chancen für die nächste Kaderzusammenstellung jetzt etwas besser stehen.
Zu Nabesaka:
Er hatte das Kreuzband gerissen und is jetzt gegen Ende der Saison erst wieder voll dabei. Das ist ärgerlich. Aber rein aus Sympathie kann man keine Verträge verteilen.
Der Satz beschreibt nochmal deutlich die Herangehensweise auf der rein geschäftlichen Ebene, die regelmäßig Verdienste und das zuverlässige Funktionieren wie eine Nähmaschine ausblendet, wenn ein Spieler mal in ein Tief gerät. Und ein Kreuzbandriss ist nun mal mit die schwerste Verletzung, die sich ein Sportler zuziehen kann. Und je nachdem, fällt man dann erst mal auch in ein psychisches Loch. Dazu kannst du dir mal die Begründung durchlesen, warum Süle jetzt seine Karriere beendet hat, weil er zunächst davon ausgegangen war, dass er erneut so eine Verletzung hat. Und jetzt kannst du schon erkennen, dass meine Einstellung oder Argumentation weiterhin auch auf einer den Menschen berücksichtigenden Ebene stattfindet. Es wird immer gesagt, dass man ein Geschäft wie im Fußball nicht mit anderen Berufen vergleichen kann. Aber das stimmt für mich nur bedingt. Denn im Kern kann man an einen Punkt kommen, wo die menschliche Ebene berührt wird und dann ist der gewählte Beruf egal, weil die Mechanismen überall gleich greifen.
Es ist immer etwas zweischneidig, wenn man zu viel von sich selber preisgibt in so einem Forum. Aber zum einen glaube ich, dass manche Meinung dadurch besser zu verstehen ist und zum anderen ist es mir relativ egal, was der eine oder andere über mich denkt. Deshalb mal eine kleine Geschichte von mir selber:
Vor vielen Jahren musste ich im Alter von fast 40 nach 21 Jahren in der selben Firma meine Stelle aufgeben. Ich habe dort schon meine Ausbildung absolviert. Schon damals waren es Märchen, wenn gesagt wurde, dass man erfahrene Leute braucht und dass man deshalb auch schnell wieder Tritt fassen kann. Schon das Alter von 40 hat damals für Fratzen-Schneiden auf der anderen Seite gesorgt. Heute wird suggeriert, dass man auch mit 60 nochmal durchstarten kann. Ich weiß, dass die Realität anders aussieht. Trotzdem hatte ich auch ein Fünkchen Glück und habe schnell was Anderes bekommen. Gegen eventuelle Zweifel an meinen Fähigkeiten wegen des Alters habe ich reingehauen wie ein Bekloppter. Das hat schnell dazu geführt, dass ich meinen alten Status zurückerlangt habe. Dafür wurde mein damals 3, 4-jähriger Sohn und die Familie vernachlässigt und mein Leben außerhalb der Arbeit auch. Sträflich sogar! Das ging so lange, bis eine Art Burn Out (es war nicht ganz so weit, aber ähnlich) erreicht war. Mit der dazugehörigen Auszeit. "Nimm dir Zeit. Werde wieder gesund. Du musst dir keine Gedanken machen." Alles nette Dinge, die ich dummerweise auch geglaubt habe. Als ich nach 8 Wochen zurückkam, wurde mir erst mal eröffnet, dass meine Stelle anders besetzt wurde und man für mich dies und das vorgesehen habe. Ich war schlagartig wieder so weit, wie vor den 8 Wochen, musste aber zunächst mal dadurch. Um es abzukürzen - ich habe meine Stelle zurückbekommen, weil mein damaliger Chef sich einsetzte und mich zurückhaben wollte. Das habe ich nie vergessen und weiter mit hohem Einsatz zurückbezahlt.
An dieser Stelle schließt sich dann der Kreis und wer das versteht was ich hier geschildert habe, der weiß, warum ich da keinen Unterschied zum Fußballgeschäft sehe. Einer der tadellos "funktioniert" hat und quasi noch einen Arbeitsunfall hatte, dem kann man doch nicht einfach sagen: "Weggegangen Platz vergangen!" Er muss doch seine Chance bekommen, wieder dort anzuschließen, wo er war. Aber es gibt eben die "geschäftliche" und die emotionale Ebene. Und deshalb ist das nicht selbstverständlich. Auf emotionaler Ebene hat der Arbeitgeber noch eine Verantwortung über das rein vertragliche hinaus. Das kann sich am Ende ja auch auszahlen. Und Nabesaka hat ja sogar nochmal seine große Verbundenheit zum Verein bekundet. Obwohl er das anhand seines bisherigen Tuns gar nicht mehr extra machen musste. Deshalb sehe ich das anders und werde auch dabei bleiben. Das Beschwören der großen SFS-"Familie" wird an der Stelle auf die Probe gestellt. Und ich habe das Gefühl, dass nicht nur aus diesem Grund Nabesaka bleiben wird. Vorerst zumindest. Vielleicht bin ich nicht nur Fußball-Romantiker sondern auch Sozialromantiker. Aber das erlaube ich mir einfach mal. Denn die Welt wird eigentlich von gegenteiligen Protagonisten bestimmt. Und das macht sie nicht besser.
Abgesehen davon is die Diskussion eigentlich völlig unnötig da es weder Zeichen gibt das er geht noch das er bleibt. Warten wir doch erstmal ab. Vielleicht ist alle Aufregung umsonst.
Das nennt man Spekulation. Und die treibt jetzt bis zum Saisonauftakt ihre Blüten. Das gehört zur Würze bei einem Saisonwechsel dazu und macht einen großen Teil des Interesses der Anhänger aus. Ich finde das legitim. Ganze Zeitungen leben von so was.