Ein Durchmarsch wäre für eine nachhaltige Entwicklung wahrscheinlich ohnehin nicht gut gewesen. So etwas wie Ulm 2.0 möchte ich nicht werden.
So wie ich es hier gelesen habe, geht es euch aber auch weniger um einzelne Niederlagen als um die Spielweise generell. Das kann ich gut nachvollziehen, wobei mir das unabhängig vom jeweiligen Trainer auffällt.
Achtung ! Er wird wieder lang:
Diese beiden Zitate aus deinem Beitrag sind für mich die Kernpunkte, die hier momentan eigentlich die Diskussion bestimmen. Klar, die einzelnen Spiele in ihrer Art und Weise auch. Aber das eine ergibt sich irgendwie aus dem anderen.
Am Anfang ist man natürlich anhand der Aufstiegssaison und auch mit Blick auf den Beginn in der Regio geneigt, an noch mehr zu glauben und ertappt sich dabei, dass man einen weiteren Aufstieg natürlich auch mitnehmen würde. Realistisch betrachtet sind Vereine, die so was schaffen, aber absolute Ausnahmen. Eigentlich kommt irgendwann der Punkt, wo man konstatieren muss, dass man zwar kein "normaler" Aufsteiger ist, wie das viele sagen, aber das liegt dann doch eher an den finanziellen Mitteln. Rein sportlich ist man dann doch näher an normal dran, als an etwas super Außergewöhnlichem. Deshalb und mit Blick auf das wo man herkommt war beispielsweise ich dann doch schnell wieder der Meinung, dass man erstmal in dieser Liga ankommen und sich herantasten muss. Im Sportlichen wie auch in allen anderen Belangen. Einige haben das bis vor Kurzem noch anders gesehen oder tun es immer noch, solange man rein rechnerisch noch in der Tombola ist. Ganz ausgeschlossen wurde das von den Verantwortlichen ja auch nicht. Und das war halt auch einer der Gründe für den Drittliga-Antrag. Aber aktuell sieht es doch eher danach aus, dass der Zug abgefahren ist.
Wenn du sagst, dass dir unabhängig vom Trainer die Spielweisen und die Kritik auffallen, liegt das sicher daran, dass man nach der Entlassung von Nehrbauer natürlich davon ausgegangen ist, dass mit einem neuen Trainer diese Negativ-Delle wieder behoben wird und man bestimmte Ziele doch nochmal in Angriff nehmen kann. Die aktuelle Realität zeigt, dass man das bisher nicht erkennen kann. Der Zeitpunkt der Trainerentlassung war und ist für ganz viele Leute- auch außerhalb - fast schon ein Skandal und in gewisser Weise eine Remineszenz an alte Zeiten. Von daher musste bei so einer etwas gewagten Vorgehensweise schon jemand folgen, der sich klar vom Vorgänger unterscheidet. Meiner Meinung nach tut das Schommers aber nicht. Er hat natürlich die Chance verdient. Aber an genau dem gleichen Punkt was Niederlagen und Spielweise und all die Mankos angeht, die weiter fortbestehen, war für Nehbauer Schluss. Zumindest ich stelle mir die Frage, was jetzt folgen wird und wie viele Schüsse er frei hat. Und wenn man ihm mehr zugesteht, dann wäre der Grund mal interessant. Und alleine der Trainerwechsel war für mich ein Zeichen, dass der Verein im stillen Kämmerlein diese Saison doch noch was Größeres beabsichtigt hatte.
Wir werden nie erfahren, ob Nehrbauer mit der Mannschaft wieder in die Spur gefunden hätte. Obwohl er ja nie gänzlich aus selbiger geflogen ist. Und die Mannschaft ist dazu jetzt auch noch eine andere. Und jetzt steht man an einem Punkt, wo es darum geht, zumindest noch das von vielen einkalkulierte "Minimalziel" zu erreichen, nämlich einen Platz unter den ersten Fünf oder ob die Tendenz die sich gerade abzeichnet, weiter Bestand hat. Ich weiß, dass das nicht ganz fair ist. Aber ich bin stark geleitet von den Kommentaren, die auf Facebook zu lesen waren, von Anhängern der Vereine, wo Schommers vorher mal war. Ich habe es schon öfter gesagt: In meiner Zeit in der ich mich für SFS interessiere, habe ich noch nie so viel Negatives im Vorfeld einer Trainerverpflichtung gehört und gelesen. Irgendwie hinterlässt das bei mir etwas. Und bei jeder Leistung, so wie gegen Lotte, kommt mir das wieder in den Sinn. Du machst dir wie du sagst über einen weiteren neuen Trainer bisher noch keine Gedanken. Ich finde, dass man das an entsprechender Stelle zumindest nicht aus dem Auge verlieren sollte, wenn es so weitergeht. Das wäre zwar dem eigenen Ruf, der sich unter der Arbeit von Schöler, Georg und vielen anderen, extrem verbessert hat (außer bei jenen, die nie Freunde der Freunde werden) nicht zuträglich. Aber wenn man erkennen sollte, dass das ein Fehlschuss war, dann sollte man früh genug dazu stehen. Ein Beispiel für so einen ungewöhnlichen Vorgang war für mich Leverkusen. Die holen Ten Hag und der hatte gerade die Koffer ausgepackt, da war er schon wieder weg. Die Verantwortlichen mussten sich in alle Richtungen rechtfertigen. Aber sie hatten das Gefühl, dass es so nicht passt und haben nach dem Motto gehandelt: Lieber ein Ende mit Schrecken (und Aufruhr und Kritik) als ein Schrecken ohne Ende.
Man muss aufpassen, nicht wieder ein FC Hollywood zu werden. Aber man muss auch die Ziele im Auge behalten. Immer mit dem Bewusstsein, wo man vor nicht allzu langer Zeit noch gestanden hat. Ich glaube, dass weiß man an den Schaltstellen auch. Ein weiteres Indiz wird der kommende Freitag sein. Ich bin gespannt, wie die Lage nach diesem Spiel ist.