Hallo zusammen,
erst einmal vielen Dank für die Erstellung des Forums, die Aufnahme und den leidenschaftlich-konstruktiven Austausch hier.
Mir stecken die Oberliga-Jahre noch ziemlich in den Knochen. Niederlagen gegen Vereine, bei denen ich bis heute nicht weiß, wo die überhaupt herkommen, Tristesse-Fußball, Corona, der Fast-Abstieg in die 6. Liga. Damit verbunden war auch immer die Angst, dass der Verein irgendwann dichtmachen könnte. Dennoch blieb bei mir immer ein Rest-Optimismus, dass ich uns irgendwann einmal in der 3. Liga sehen möchte. Wirklich daran geglaubt habe ich allerdings nicht.
Mit Nehrbauer und Georg hatten wir dann Personen im operativen Bereich, die uns massiv weiterentwickelt haben. Manchmal muss ich mich selbst zwicken, dass wir tatsächlich auf einem einstelligen Tabellenplatz in der Regionalliga stehen – und sogar einen Lizenzantrag für die 3. Liga gestellt haben.
Mit dieser Entwicklung erzähle ich euch sicherlich nichts Neues. Dennoch möchte ich meinen Blick auf die Dinge etwas erläutern. Ich sehe mich gedanklich manchmal noch in Bövinghausen am Sportplatz stehen und uns in der Livetabelle auf einem Abstiegsplatz Richtung Westfalenliga sehen. Manchmal erinnere ich mich auch an eine Mitgliederversammlung, in der Roland Schöler erzählt hat, dass er mit dem Verein in den nächsten drei Jahren gerne in der Regionalliga spielen möchte – und der Beitrag des Finanzvorstands fünf Minuten später darin mündete, dass der Aufstieg finanziell überhaupt nicht leistbar sei, da wir dafür den Etat verdreifachen müssten.
Mit diesem Blick zurück kann ich über schlechte Spiele in der Regionalliga ehrlich gesagt nur schmunzeln. Sicher ist es ungewohnt zu verlieren (2025 haben wir ja nur zweimal !! verloren), aber das gehört dazu. Ein Durchmarsch wäre für eine nachhaltige Entwicklung wahrscheinlich ohnehin nicht gut gewesen. So etwas wie Ulm 2.0 möchte ich nicht werden.
So wie ich es hier gelesen habe, geht es euch aber auch weniger um einzelne Niederlagen als um die Spielweise generell. Das kann ich gut nachvollziehen, wobei mir das unabhängig vom jeweiligen Trainer auffällt. In Köln haben wir aus zwei oder drei Torchancen vier Tore gemacht, in Wuppertal haben sich die Spieler quasi kaum bewegt.
Unter Schommers wird zwar anders gespielt, und ich sehe durchaus Elemente, die ich mir für meinen Verein wünsche – leider aber nicht konstant. Gegen Düsseldorf tolles Pressing, gegen Köln eine sehr starke erste Halbzeit, ein erwachsenes Auftreten in Schalke, gegen Paderborn dann wieder ein schnelles, direktes Spiel nach vorne. Ich denke, wenn wir diese Ansätze konstanter sehen würden und sie Teil einer klar erkennbaren SFS-Schommers-DNA werden, wäre die allgemeine Lage vermutlich auch deutlich entspannter.
Im Sommer hatten wir zudem den Nachteil, dass wir aufgrund der länger laufenden Oberliga-Saison im Vergleich zu anderen Regionalligisten eine kürzere Vorbereitungszeit hatten. Auch die Wintervorbereitung war trotz Trainingslager mit Soccerhallen und der insgesamt schwierigen Planbarkeit nicht ganz einfach. Außerdem habe ich den Eindruck, dass wir möglicherweise etwas seltener trainieren als andere Teams – nach meinen Informationen etwa viermal pro Woche, während andere Mannschaften teilweise sechs bis sieben Einheiten absolvieren. All das in Verbindung mit einem Trainerwechsel und einer neuen Spielidee war vermutlich nicht optimal.
Für die weitere Rückrunde wünsche ich mir vor allem konstante Auftritte, eine erkennbare Weiterentwicklung, eine klarere Umsetzung von Schommers’ taktischen Vorstellungen und insgesamt gute Spiele, sodass wir mit einem positiven Gefühl und Rückenwind in die Sommerpause gehen können.
Eure Diskussion über einen möglichen erneuten Trainerwechsel finde ich durchaus interessant. Aktuell mache ich mir darüber aber noch keine großen Gedanken. Und wenn wir die 40 Punkte im Sack haben, freue ich mich darauf, die Tabelle einfach einmal entspannt anschauen zu können.