Ich habe gerade mal den ganzen Text in der SZ gelesen. Es ist so gewesen, wie es hier auch schon jemand erwähnte, dass er drei Drittliga-Angebote vorliegen hatte. An dem Punkt macht sich dann auch das öffentlich geäußerte Unverständnis von Herrn Georg fest. Er glaubt, dass Hodroj am Ende nicht gut beraten worden ist. Damit schließt sich mein rein persönlicher Kreis der Einschätzung über diesen Wechsel. Anhand der Äußerungen von Malik sieht man, dass er sehr von sich überzeugt ist. Und nur damit und mit einer gewissen Unbekümmertheit auf dem Platz, kann man die Leistungen konstant bringen, die er bei SFS gezeigt hat. Unbekümmertheit in Verbindung mit der Tatsache, dass er noch jung an Jahren ist, kann man sich aber meiner Meinung nach eher in seinem angestammten Jugendverein erlauben, wo er alles und alle kennt und wo er stetig gefördert wurde. In gewisser Weise noch ein Schutzraum, für eine sich in der Entwicklung befindlichen Persönlichkeit. Sowohl charakterlich, wie auch sportlich.
Begibt man sich aus diesem Schutzraum heraus, kann es wahrscheinlicher werden, dass Berater und andere Einflüsterer sich der Sache annehmen und Einfluss übernehmen. Diese haben aber immer auch erst mal ihr eigenes Interesse im Auge. Deshalb kann man dem Jungen nur wünschen, dass sein bisher nützliches Selbstbewusstsein nicht in Selbstüberschätzung umschlägt. Der Grad ist schmal und das Risiko daran zu scheitern nicht ausgeschlossen.
Ich habe mich schon vor ein paar Jahren ein wenig amüsiert, wenn seine persönliche "Fangemeinde" zum Teil auch bestehend aus pubertierenden Jugendlichen beider Geschlechter nach dem Spiel unten an der Reling standen und ihm zugejubelt und gekreischt habe. Natürlich alle in der Sonderversion des Trikots mit dem Aufdruck "MH23". Das war dann schon eine Art Promotion und Kult, die einen damals ja noch zwei, drei Jahre jüngeren Spieler anfangen lassen zu träumen. Denke ich als Vater eines Sohnes in ähnlichem Alter zumindest. Wenn dann die Kurve erst mal immer weiter nach oben zeigt, verstetigt sich dann irgendwann auch etwas in der eigenen Wahrnehmung. Ob das am Ende positiv genutzt werden kann oder in ein Problem umschlägt, gilt es jetzt zu beobachten. Nicht jeder Durchstarter kommt ans Ziel. Sven Michels Wechsel damals zur Zweiten von Gladbach, erwies sich am Ende auch als Irrtum. Über Cottbus und Paderborn und auch Union ist er dann zu dem geworden, was er jetzt ist. Zur innerlichen Reife und zu gewissen Abwägungen hat dann sicherlich auch die Gründung einer Familie beigetragen, mit der man dann doch irgendwann anfängt, ruhiger und bedachter in seinen Entscheidungen zu werden. Malik hat da noch einiges vor sich und man wird sehen, wie es ausgeht. Ich habe ein paar Zweifel und würde nicht ausschließen, dass man ihn noch mal wieder sieht. Es kann natürlich auch ganz anders kommen und wir sehen irgendwann einen weiteren Siegener im Oberhaus. Man wird sehen.
Um den Namen nochmal kurz zu erwähnen: Ticha wird sehr wahrscheinlich zu Kickers Emden gehen. Dort begann einst die Trainerlaufbahn von Michael Boris. (damals in 2004 als Co-Trainer)