SZ Leserbrief Schmierereien

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Der Fußball gehört ins Stadion​



Von Axel Williams
Sonderthemen

Wenn es um Sportarten geht, bin ich Fußballfreund. Schließlich habe ich in Jugendzeiten selbst gekickt. Nicht sonderlich erfolgreich, nie in einer höheren Klasse – Straßenfußball, Ascheplatz, Schürfwunden. Sprich: Wenn es ums Kicken geht, habe ich wenigstens Ehemaligen-Erfahrung und TV-Trainer bin ich wie jeder andere auch.

Was mir auf den Zeiger geht, sind Herrschaften, die die Freude am Sport zu ernst nehmen – und solche, die ihr Fan-Dasein überambitioniert ausdrücken. Seit längerem hat mindestens ein solcher den Bogen schlicht überspannt, mit „SFS 1899“. Das steht für die Sportfreunde Siegen und das Gründungsjahr des Vereins. Und dieses und ähnliche Graffiti findet man quasi überall im Stadtgebiet: An Stromkästen, Hauswänden, Verkehrsschildern (Vorder- und Rückseite), Kreisverkehren und als absolutes Highlight ein mehrere Meter langes, buntes Sprühkunstwerk an der Betonmauer bei den ehemaligen Flender-Werken in Siegen. Auch wenn ich diesem einen künstlerischen Wert nicht absprechen will und sich sowas nicht mal in ein paar Minuten hinzaubern lässt – es nervt. Weil: es passt einfach nicht dorthin. Sondern (Trommelwirbel) ins oder ans Leimbachstadion, die Heimstätte der Sportfreunde Siegen (gegr. 1899). Da können sich solche Fans gerne künstlerisch austoben. Vielleicht sogar mit Unterstützung der Stadt Siegen, die hat sogar eine eigene Kulturabteilung. Das könnte eine künstlerisch-sportliche „Win-Win-Situation“ geben. Mit Kunst an der überdachten Tribüne, auf der Gegentribüne, am und im Umkleidegebäude, rund um den „Heiligen Rasen“ des Leimbachstadions, von mir aus auch im Mittelkreis: Hundertfach „SFS 1899“, abwechselnd mit „Turnschuhcrew“ und „Ultras“. Damit jeder auch überall im Stadionrund weiß, wer dort Heimrecht hat (SFS). Aber bitte nicht überall in der City. Die meisten Siegerländer kennen das Leimbachstadion, hin und wieder gehe sogar ich zum Heimspiel. Und brauche dafür keine Fan-Schmierereien mit Gründungsdatum des Vereins. Macht sowas doch einfach zu Hause. Mal schauen, wem’s gefällt.

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Du hast einfach ein Händchen für die Reizthemen. Ich wollte auch was schreiben, aber das Teil war noch nicht online. Alles abtippen war mir zu umständlich und ich weiß auch nicht, ob man nicht nur den Link einstellen darf. Da geht es letztlich um Klickzahlen für die Zeitung.
Wie auch immer - es fällt in den großen Themenkreis, der neulich erst wieder zu Zoff geführt hat. Da wird es auch nie Einigkeit geben.
 
Gibt es in jeder Stadt und bei jedem Verein. Ich für meinen Teil finde es gut - es hat was. Teil der Ultrakultur. Wenn das verschwindet, verschwindet ein großer Teil Leidenschaft rund um SF Siegen.
Wir sind hier ein "anständiges" Forum:D:D und deshalb muss es lauten Nein zu Schmierereien durch U.-Gruppen,
es ist ganz einfach Sachbeschädigung.
 
Gibt es in jeder Stadt und bei jedem Verein. Ich für meinen Teil finde es gut - es hat was. Teil der Ultrakultur. Wenn das verschwindet, verschwindet ein großer Teil Leidenschaft rund um SF Siegen.
Aus meiner Sicht kommt es drauf an, wo das ganze gemacht wird. Ich finde es gut, aber an Privateigentum geht das definitiv gar nicht.
 
Es ist auch an öffentlichen Gebäuden einfach nur Sch***
Am Ende wird es entfernt, und das zahlt wer? Richtig, der Steuerzahler.

Ich hab kein Problem mit Aufklebern an Schilder- oder Laternenmasten. Oder meinetwegen Graffiti an trostlosen Betonflächen (sowas wie die HTS zum Beispiel).
Wenn ich aber sehe, dass z.B. an der südlichen HTS (Bereich Eiserfeld) mit Bruchsteinen verkleidete Wände direkt nach dem Neubau beschmiert werden, dann gibt es nur ein Wort: Sachbeschädigung. Und die sollte niemand gut finden, richtig wäre es, die Schmierfinken zu ermitteln und den Schaden bezahlen zu lassen.
 
In einer 11 Freunde Ausgabe ging es jetzt um dieses Thema. Genauer gesagt um einen "Krieg" zwischen den Ultras des HSV und denen von St. Pauli um eine Hauswand bzw. öffentliche Treppe in Hamburg. Da wird ständig hin und her gesprüht.

Wenn es keine Überhand nimmt und nicht Privateigentum ist, so habe ich nix dagegen. Aber in der Tat, an manchen Stellen ist einfach nicht mehr schön und es nimmt doch auch etwas Überhand.
 
Ich finde, dass die Graffiti der Fanszene zum Stadtbild dazu gehören. Auf Privatgelände unpassend, aber ich als Steuerzahler finde, dass man die auf HTS etc.. nicht entfernen sollte. Es gibt der Stadt doch einen Charakter.
 
Ich schließe mich dem Vorposter an, Gekrizzel auf Hauswänden geht garnicht, jedoch an öffentlichen Betonwänden kann ein schönes Graffiti sogar gut aussehen.
 
Ich schließe mich da ausdrücklich nicht an. Es verschafft Städten zwar einen Charakter. Aber Queens und die South Bronx in New York haben auch einen Charakter. Hier wurden ja auch mal neu errichtete öffentliche Bauten, teils aus diesen Bruchsteinmauerungen bei Brücken erwähnt. Wie kann man so was kurz nach Fertigstellung mit solchen "Verschönerungen" versehen? Hier wird der Geschmacksnerv einer Minderheit durchgesetzt und der Rest hat das, wie so oft, gut zu finden.

Ich würde es befürworten, wenn dafür zu nutzende Areale zur Verfügung gestellt würden. Alte Hallen, die schon lange leer stehen, irgendwelche Lost Places, die einfach vor sich hin rotten. Wenn es darum ginge, sich künstlerisch zu betätigen oder sich zu verewigen, wäre das durchaus legitim. An öffentlichen Gebäuden oder Bauwerken, Plexiglas-Wänden, Schildern usw. ist das fehl am Platz. Aber diese Diskussion ist jetzt schon so alt wie Methusalem. Und es gibt immer nur Ärger. Ich hätte das hier gar nicht mehr aufgegriffen. Vor allem ändert es nichts. Es wird einfach weiter gemacht. Und Lokalitäten, wie ich sie hier vorschlage würden ja auch gar keinen Spaß machen. Erlaubt ist langweilig. Der Reiz liegt darin bei Nacht und Nebel Stellen zu erreichen, ja geradezu zu erklimmen, dass sich am nächsten Morgen jeder, der es "bewundern" darf, fragt, wie man das bewerkstelligt hat. (Autobahnbrücken, die obersten Dachränder von Gebäuden etc.) Es erschließt sich mir nicht, warum das sein muss. Und über Ästhetik kann man durchaus anderer Meinung sein. Aber um die geht es ja auch gar nicht. Obwohl echte Graffiti-Künstler durchaus gute Bilder erstellen. Hier geht es ja auch nicht um allgemeine Kunst, sondern um Motive, die fast ausschließlich den Fanszenen der Fußballvereine entspringen. Und das muss dann eben jeder gut finden. Ich möchte allerdings auch erwähnen, dass es in der Siegener Szene mal jemanden gab, der da wirklich etwas von verstanden hat. Dennoch ist es für mich keine Kunst, die allgemeinen Anklang finden soll, sondern eine gewisse Art von Selbstdarstellung. Aber es ist fast schon müßig, wenn nicht fahrlässig, so eine Meinung ausgerechnet in einem Fußball-Fan-Forum zu vertreten. Aber es ist halt meine Meinung. Und damit bin ich kein Einzelgewächs. Das ist wohl auch klar. Wahrscheinlich hinkt man vom Alter her vielleicht auch hier hinterher. Man hat halt andere Vorstellungen vermittelt bekommen. All das befindet sich ja schon länger im Wandel.
 
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