Ich finde, dass diese Antwort ein wenig zu einfach ist. Zumindest ist das ein Vergleich, bei dem man dann doch sagen muss, dass es zwischen dem Fußballgeschäft und dem "normalen" Job von unsereinem doch noch ein paar Unterschiede gibt. Ich sehe diese Unterschiede auch nicht gern, denn im Prinzip ist es am Ende eben doch ein Verhältnis zwischen Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer. Aber selbst im normalen Arbeitsleben weiß doch jeder oder zumindest ganz viele, dass es nicht immer damit getan ist, dass der Chef sagt, wir laufen links rum und alle laufen links rum. Vor allem wenn man selber jemand ist, der sich schon etwas erarbeitet hat und weiß, wie der Hase in einem Betrieb läuft und der die Abläufe kennt. Wenn man dann eine andere Vorstellung in seinem zuständigen Arbeitsbereich hat und diese dann auch in der Diskussion (soweit es die überhaupt geben darf) einbringt, kommt es sehr bald zu Dissonanzen und dann kann sich das verselbständigen. Meistens muss man auf Dauer auf die Zähne beißen oder, wenn man das nicht kann, muss man gehen. Denn irgendwie ist die Chemie dann auf Strecke dauerhaft gestört. Hängt natürlich auch immer vom Führungsstil des Chefs ab.
Im Fußball werden diese Knoten meistens schneller aufgelöst und man sitzt mal ganz schnell auf der Bank oder wechselt eben bei nächster Gelegenheit den Verein. Die herausragenden Spieler haben dann sozusagen als verlängerter Arm des Trainers eine gewisse Einflussmöglichkeit. Aber eben längst nicht jeder. Es gibt natürlich auch die "Grüppchen", dich sich nicht "wohlfühlen" und dann den Vorstoß nach weiter oben wagen und den Trainer infrage stellen. Diese Konstellation hatten wir hier ja auch schon. Und das ist nicht allzu lange her. Weiter zurück in der Vergangenheit auch schon. Einen Erfolg im Sinne solcher Grüppchen habe ich im normalen Arbeitsleben auch noch nie erlebt. Meistens ist die Vorgehensweise solcher "Renitenten" das Ende dieser Leute selbst. Eines Einzelnen alle Male.
Ich weiß zwar nicht, warum der Eindruck entsteht, dass Willms ein Problem mit dem "Chef" hat oder andersrum, denn er hat ja laut Zeitungsbericht wegen Knieproblemen gefehlt, aber ich stimme zu, dass er jetzt schon länger einen Leistungsknick hat. Einige haben ja hier schon geschrieben, dass er nicht mehr so auftritt, wie man es kannte. Aber über Güler haben sie auch bis letzten Samstag geschimpft. Und der spielt immer und scheint sich langsam zu fangen. Die Art wie Willms spielt (ein wenig Hacke, Spitze, eins-zwei-drei) kann schon mal den Eindruck erwecken, dass er zu oberflächlich wirkt. Und diese Art passt nicht in jedes Spiel. Vor allem dann, wenn es um den letzten Einsatz und Kampf geht. Und es passt auch nicht in die Vorstellung eines jeden Trainers. Je nachdem wie der gestrickt ist. Ob das hier der Fall ist, weiß ich nicht. Hinzu kommt, dass er m. E. einfach in der Mitte spielen muss und nicht außen. Das hat sich schon mehr als ein Mal bestätigt. Leider ist die Mitte gerade ziemlich überfüllt. Er hat zweifellos oft schon den einen genialen Moment gehabt und damit den Unterschied gemacht. Vielleicht passt das wieder, wenn das gesamte Kollektiv endlich mal solche Spiele wie zuletzt dauerhaft abliefert. Vor allem mit so Spielzügen, wie beim 1:0. Genau da fühlt er sich wahrscheinlich auch am wohlsten. Anders als wenn jetzt elf "Kampfsäue" gefordert sind. Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck. Aber ich habe, wie gesagt, auch bisher noch nicht den Eindruck, dass es da irgendwelche Unstimmigkeiten gibt. Eigentlich habe ich bei so was immer schnell ein Näschen. So von außen betrachtet. Es gibt aber im Umfeld auch immer Leute, die näher dran sind und was aufschnappen. Das kann ich nicht beurteilen. Aber solche Baustellen wären jetzt das Letzte, was man gebrauchen könnte. Welche Indizien gibt es denn für so einen Eindruck? Das muss man ja irgendwie begründen oder sagen, was einem da auffällt.