Schau dir doch einfach mal den Zeitpunkt der Freistellung an. Ich gehe davon aus, dass du ebenfalls alle Spiele im Stadion gesehen hast. Fangen wir doch nochmal an: In Altembochum war es eine reine Katastrophe, ebenfalls das anschließende Pokalspiel zuhause gegen Erndtebrück, was verloren wurde. Dazu die beiden unfassbar glücklichen Siege in Bocholt & Paderborn. Hast du die Spiele gesehen?
Auch wenn ich mich wiederhole: ich weiß aus sicheren, internen Quellen, dass die Entlassung KEINE SPORTLICHEN GRÜNDE hatte. Der Umgang scheint äußerst schwierig gewesen zu sein.
Ok, wenn du da näher dran bist, muss ich das so zur Kenntnis nehmen. Und gesehen habe ich alle Spiele. Zuhause vor Ort und den Rest halt über Leagues. Aber du zählst die Ereignisse ja selber nochmal auf, wie z.B. das mit Erndtebrück. Muss ich jetzt im Umkehrschluss folgern, dass diese Ergebnisse aus Bockigkeit gegenüber dem Trainer zustande gekommen sind und man ihn hat auflaufen lassen? Oder weil man neben einer "aufständischen Gruppe" halt trotzdem grundsätzlich nicht mehr mit der Spielweise zufrieden war? Denn da hat sich, wie bereits geschildert, nicht viel geändert. Und das sehen ja nicht nur die "Vielwille" hier im Forum so, sondern unglaublich viele Leute, wenn du dich mit ihnen unterhältst. Und die Frage bleibt ja: Was hat man vor? Will man nächstes Jahr einen Aufstiegsversuch starten? Oder gibt man sich noch ein Jahr Zeit? Die aktuelle Leistung wird wahrscheinlich reichen, um den Status Quo zu halten. Allerdings muss man schauen, wer vielleicht von oben runter kommt und das Leben dann noch etwas schwerer macht. Wenn das erstmal ausreicht - ok. Das bekommt der Trainer vielleicht hin. Und die aktuellen Spieler auch. Aber alle Zeichen außerhalb des Platzes sehen doch eher so aus, dass man jetzt nicht noch drei Jahre in der Regio verharren will. Du hast Recht, wenn du sagst, dass andere es auch schon länger versuchen, wo evtl. auch gute Arbeit geleistet wird. Aber man muss sich doch entscheiden, ob man dann öffentlich den Startschuss gibt und sich dazu bekennt, dass es los gehen soll oder ob man weiter erstmal die kleineren Brötchen backen will, rein von der Absicht her. Alles andere entscheidet sich sowieso auf dem Platz. Will man hoch, bleibe ich dabei, dass es mit dem aktuellen Status nicht klappen wird. Wie gesagt, man verharrt auf der Stelle. Auch nach Nehrbauer. Und das reicht nur, wenn man sich vorerst damit zufrieden gibt. Wahrscheinlich reicht es. Andere versuchen sich auch weiterzuentwickeln.
Zum Schluss möchte ich noch ganz persönliche Bedenken äußern: Wenn es eine Gruppe gab, die es geschafft hat, den Trainer "um die Ecke" zu bringen, und diese Leute ja dann offensichtlich noch da sind, wirft das nicht unbedingt ein gutes Licht auf diese Leute. Schon gar nicht, wenn du davon sprichst, dass doch alle an einem Strang ziehen sollten. Das gilt für mich aber dann auch wirklich für alle. Ich habe damals sehr "hautnahe" mitbekommen, wie das abläuft, wenn an einer "Revolution" gearbeitet wird. Da haben die Özkayas und Ocumacs und Reicherts dieser Welt direkt neben uns gewohnt, weil der Verein ihnen hier eine Wohnung besorgt hat. Während im Hofbachstadion zum Training aufgerufen wurde, traf sich hier eine Gruppe, die da nicht teilgenommen haben. Wer sich noch an die Zeit erinnern kann, der weiß vielleicht was ich meine. Ab einem gewissen Punkt, muss man dann vielleicht auch die Charakterfrage stellen. Und der war in der Truppe aus diesem Zeitabschnitt so oder so nicht sonderlich ausgeprägt. Und wer so was ein Mal macht, der versucht es wieder, wenn der nächste Trainer auch nicht passt. Aber immer nur so weit, wie es auf der anderen Seite Leute gibt, die ihnen zuhören und drauf anspringen. Ich kann es nicht beurteilen, wie es im Fall Nehrbauer war. Du scheinst mehr zu wissen. Ich will das nur mal als Denkanstoß mit in den Ring werfen. An einem Strang ziehen ist immer so eine Sache....