Kooperation mit VfL Klafeld-Geisweid

Ich ergänze hier immer mal lose, was sich im Stadtteil Geisweid so tut, weil die Entwicklung für mich mehr oder weniger auch mit dem VFL in Verbindung steht. Das mag nicht jeder so sehen, aber wenn man so lange hier lebt, dann sieht man zum einen Parallelen in der "Entwicklung," als auch viele Fragen zur Gesamtsituation für den Ortsteil, wie auch für den Verein. Beide glauben ja an eine wieder strahlende oder bessere Zukunft. Im Falle des Ortsteils selbst finden ja einige auch die Gegenwart gar nicht so übel. Die Berichterstattung über den weiteren Weg wird ja sicher weitergehen und ich bin wirklich gespannt, was man am Ende der nächsten Saison so lesen kann.

Als ich eben online die neuesten Sachen in der SZ überflogen habe (leider auch hier nur die Überschriften, weil Bezahlschranke) stieß ich auf den neuesten Knaller in Sachen Gewerbeansiedlung. Nachdem, wie zuletzt berichtet, nun auch die Postfiliale verschwunden ist, so wie auch viele Geschäfte und Traditionsfirmen aus dem Handelsbereich und des täglichen Bedarfs, habe ich mit Erleichterung festgestellt, dass es auch Anzeichen für wieder etwas bessere Zeiten gibt, die der Bevölkerung hier den Alltag wieder etwas erleichtern werden. Eines der zahlreichen Wettbüros ist jetzt unter gleichem Betreiber in einen Wellness - u. Spa-Bereich umgebaut worden. Die SZ titelt zutreffend: "Whirlpool statt Wettschein". Untertitel: "Einzigartig im Siegerland". (Ich denke das stimmt) Während ich schreibe bin ich parallel dazu freudetrunken dabei, diese nach Aufbruch klingende Neuigkeit zu verarbeiten.

Im Geiste läuft vor mir ab, wie man sich erfrischende Entspannung antun kann, wenn man nach einer langen Einkaufs-Odyssee in Weidenau oder Siegen und beim Briefmarken holen in Weidenau, wo man bei 30° Celsius per ÖPNV über die Umweltspur hingelangt ist, einen Sprung in den Pool macht und erstmal richtig entspannt und sich an der Welt erfreut. Und wer will wissen, ob man nicht doch so einen Wettschein auch im Whirlpool ausfüllen kann? Und wäre das nicht auch eine Art "Entspannungsbecken" für die Kicker der Geisweider Vereine nach dem Training oder den Spielen? Und je mehr Gewerbe, desto mehr Sponsoring. Zumindest könnte man so denken. Ich denke mal, dass Hopfen und Malz noch nicht verloren sind und hier doch wieder eine Art blühende Landschaft entsteht. Nachhaltiges Gewerbe, Arbeitsplätze vor Ort, all das schafft positive Stimmung. Und das ist dann auch für einen Fußballverein von Vorteil. Verein und Ort treten den Weg nach oben an.

Zugegeben, es klingt ein wenig Ironie durch:cool:. Aber es ist mir einfach wichtig, dass man erkennt, dass hier eines mit dem anderen zusammenhängt. Wenn hier neben einer Wellness-Oase auch wieder ein neu erwachter Fußballverein ansässig ist, würde das alle meine Erwartungen übertreffen. Oder sage ich besser Befürchtungen? Man muss einfach dran glauben. Jedem, der hier ein Gewerbe eröffnet, wünsche ich im Sinne des Gesamten natürlich Erfolg. Solidität und Nachhaltigkeit wird sich dann im Laufe der Zeit erweisen. Mir persönlich wäre es lieber, ich käme schnell an eine Briefmarke oder eine Jeanshose. Oder wenn die Stahlwerke auch die nächsten Jahrzehnte noch überleben. Was aber einer Stunde im Whirlpool natürlich nicht entgegen steht. Denn es sind schwere Zeiten.
 
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Sehr Schade was in Klafeld passiert .
Mein erster Verein da wurde noch gute Arbeit geleistet .
Im Moment erinnert das an den Film „geschenkt ist noch zu teuer“

Eine gute Freundin und ihr Mann wurden auch gefragt ob Sie wieder einsteigen wollten ,die haben Dankend abgelehnt ,aus Gründen ….
 
Ich bin momentan maximal frustriert über das alles.
Wenn ich mich nicht selbst damit entwurzeln würde und nicht hier im Haus schon als 6-Jähriger im Rohbau rumgelaufen wäre und alle die nicht mehr leben auch damit in Verbindung bringen würde, wäre ich weg. Aber auch das ist heutzutage alles nicht mehr so einfach. Auch die Frage wohin stellt sich natürlich. Und wenn ich dann erfahren müsste, das hier dann auch ein "Wellness -u. Spa-Ressort" reinkommt, mache ich lieber selber noch einen Swinger-Club auf. Ich war eben schnell wieder in den Stammgeschäften, wo wir donnerstags einkaufen (Metzger, Bäcker und dies und das) und dann schnell wieder weg. Die großen Sachen werden eh nur im Rewe, Aldi (gibt es auch nicht mehr) oder Dornseifer besorgt. Es gibt ja nicht mal mehr eine anständige Kneipe wo man sich diese Sorgen aus dem Kopf schießen könnte. Im Moment bin ich wirklich maximal "anti" was das angeht.
 
Ich bin momentan maximal frustriert über das alles.
Wenn ich mich nicht selbst damit entwurzeln würde und nicht hier im Haus schon als 6-Jähriger im Rohbau rumgelaufen wäre und alle die nicht mehr leben auch damit in Verbindung bringen würde, wäre ich weg. Aber auch das ist heutzutage alles nicht mehr so einfach. Auch die Frage wohin stellt sich natürlich. Und wenn ich dann erfahren müsste, das hier dann auch ein "Wellness -u. Spa-Ressort" reinkommt, mache ich lieber selber noch einen Swinger-Club auf. Ich war eben schnell wieder in den Stammgeschäften, wo wir donnerstags einkaufen (Metzger, Bäcker und dies und das) und dann schnell wieder weg. Die großen Sachen werden eh nur im Rewe, Aldi (gibt es auch nicht mehr) oder Dornseifer besorgt. Es gibt ja nicht mal mehr eine anständige Kneipe wo man sich diese Sorgen aus dem Kopf schießen könnte. Im Moment bin ich wirklich maximal "anti" was das angeht.

Ich kann deine Frustration verstehen. Ich persönlich würde auch niemals in dieser Zeit nach Geisweid ziehen. Da gibts fraglos aber auch einige andere Orte.

Das die alteingesessenen Geschäfte schließen ist allerdings aus meiner Sicht nicht der selben Thematik geschuldet. Das ist überall so. Wie viele Metzgereien gibt es noch? Denen fehlt Personal, aber auch Kundschaft, was aufgrund der Preise halt auch nicht wirklich überrascht. Ein Kringel Fleischwurst für zehn Euro? Das muss man sich erst einmal jede Woche leisten können. Andere Sparten sind durch Onlinehandel in den Hintergrund geraten. Aber auch da spielen die Kosten eine Rolle. Da kosten beispielsweise Schuhe oftmals 20-30 Euro weniger. Und du hast halt eine viel größere Auswahl. Und die Kneipen? Die sind überall fast alle weg. Die Jugend von heute geht nicht mehr in die Kneipe um die Ecke. Ein Großteil landet eher in der Schischa-Bar. Und vielen fehlt halt auch das Geld und die Zeit, um jeden Tag die Bierchen "auswärts" zu trinken.

Das alles hat jetzt aber nichts mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun.
 
Seit 56 Jahren wohnen wir auf den "Geisweider Hügeln". Den verfügbaren Mitteln der Eltern entsprechend zuerst in sehr einfachen Verhältnissen und mit dem Aufschwung und dem Zukunftsglauben , der damals durchaus vorhanden war und damit verbunden steigendem Verdienst, dann nachher gebaut und umgezogen. Über Jahrzehnte beste Wohngegend, die ich nie missen wollte mit vielen Kindern und einer entsprechend schönen Kindheit. Ich kenne quasi beide Seiten der Medaille. Auch heute ist es immer noch besser und angenehmer als anderswo. Aber wehe man taucht in die Realität "außerhalb" ein.... Und man muss klar sagen, dass sich das hier auch im Wandel befindet. Die Grenzen verschwimmen mehr und mehr.
Das alles hat jetzt aber nichts mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun.
Wir haben ja schon drüber gesprochen. Das sehe ich insofern anders und schreibe das auch immer wieder, weil der Verein, über den wir hier sprechen, genau in diesem Umfeld seit vielen Jahren versucht, zumindest halbwegs wieder sportlich an Bedeutung zu gewinnen. Der "Erfolg" war und ist so groß, dass man nun die "letzte Ausfahrt" wählen wollte und das Thema mit SFS aufkam. Jetzt plötzlich besinnen sich die übrig gebliebenen aber länger unsichtbar scheinenden Kräfte der "alten Schule" und glauben, dass sie das Rad neu erfinden können. Parallel dazu haben sich aber die Vorzeichen nicht geändert. Weder im lokalen Umfeld, was eben den Ort angeht, noch direkt damit verbunden die Chance, nachhaltig an Kapital, Helfer und Ehrenamtler zu kommen. Mag sein, dass man am ehesten noch an Spieler kommt. Aber offensichtlich ist das auch nicht nachhaltig und wenn man sich unter der Hand austauscht auch nicht sehr zuverlässig oder mit Vereinsbindung verbunden.
Das die alteingesessenen Geschäfte schließen ist allerdings aus meiner Sicht nicht der selben Thematik geschuldet. Das ist überall so.
Natürlich liegen die Gründe für den Wegfall und Niedergang von Geschäften, Dienstleistungen, Handel und Industrie ganz woanders und sind deutschlandweit zu beobachten. Nimm als trauriges Beispiel Gelsenkirchen oder Duisburg. Aber untrennbar mit solchen Verhältnissen verbunden sind doch die Schwierigkeiten, in solchen Umfeldern beispielsweise einen ebenfalls durchhängenden Traditionsverein wieder auf die Füße zu stellen. Das funktioniert - wenn überhaupt - doch nur, wenn es ein Umfeld gibt, wo sich all das, was hier gerade verschwindet, wiederfindet. Ich bin sehr gespannt, mit welchen Sponsoren und Ideen dieser neue Vorstand demnächst aufwartet und wie sich das dann nach ein oder zwei Jahren darstellt. Was hier verschwindet wird ja zum Teil ersetzt. Wir haben alleine zwei Gemüse - und "sonst was-Läden". Es gibt Frisöre, Wettbüros, Shisha-Bars und etliche Imbisse und Läden, die man nur schwierig einordnen kann. Es gibt Immobilienbesitzer denen mehrere alteingesessene Straßenzüge gehören. Jedes neu leerstehende Ladenlokal wird mit irgendwas gefüllt. Aber aus Gründen sind da nur sehr wenige bis niemand dabei, die jetzt diesen Verein oder sagen wir die TG Friesen unterstützen. Die Gemenge - u. Interessenlage hat sich derart verschoben, dass man vieles nicht mehr wiedererkennt. Und wenn all diese Geschäfte vorhanden sind, ist auch Geld vorhanden. Aber - ich will es vorsichtig ausdrücken- es bleibt überwiegend da wo es ist.

Deshalb sage ich, wer glaubt, dass er den VFL wieder aufpäppeln kann, muss all das berücksichtigen und mitdenken. Ich glaube, dass da jetzt Leute ran gehen, die das massiv unterschätzen oder einfach ausblenden. Natürlich gibt es hier auch noch das ein oder andere Unternehmen, welches mit einem Handstreich die Probleme lösen könnte. Aber die scheinen nicht sonderlich interessiert zu sein. Obwohl sie mit der Rettung und dem Wiederaufbau dieses Vereins quasi einen echten Gegenpol zur Gesamtentwicklung darstellen würden. Aber ich befürchte, alles wird mit dem Sog der jetzt besteht, weg gerissen.

Ich kann das Thema auch jetzt erst mal wieder einmotten. Denn die Sache mit SFS ist erst mal vom Tisch. Isoliert kann man den VFL bei Zeiten ja in einem anderen Thema wieder betrachten. Denn da wird noch was kommen. Aber mir ist es wichtig, dass man versteht, dass man das eine nicht ohne das andere betrachten kann. Auch wenn es mir unheimlich leid tut, dass ich öffentlich so über den Ort sprechen muss, der mein Heimatort ist. Nach wie vor. Aber wie lange noch? Man wird älter und die Wege für alles werden länger und umständlicher.
 
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