Heute geht es in der SZ mit dem nächsten Kapitel weiter und der Bericht führt auf, wie SFS nun gedenkt, nach der gescheiterten "Fusion" mit Klafeld-Geisweid weiterzumachen. Ich fasse das mal zusammen:
Die eigentlich allenthalben bekannte Situation ist die, dass auf den Nebenplätzen im Leimbachtal/Oberes Leimbachtal alles aus allen Nähten platzt. In den jüngeren Altersklassen teilen sich bis zu vier Mannschaften den Platz beim Training. Logisch, dass daher die Kapazitäten im Hofbachtal eine große Entlastung gebracht hätten. Das sollte dann auch den ersten Schritt zur Zertifizierung zum FLVW-Ausbildungsverein darstellen, dem dann später die Auszeichnung zum NLZ folgen soll. Mit Blick auf die 1. Mannschaft und die Gesamtstruktur des Vereins wäre das laut D´Aiola eine wichtige und interessante Option gewesen. Und natürlich ein immenser Schritt in Richtung Professionalisierung.
Man stellt aber klar, dass das Projekt jetzt nicht beerdigt wird, nur weil in Geisweid ein neuer Vorstand gewählt wurde. Eine Option ist die, dass man erneut über den Bau eines eigenen Geländes nachdenkt, was aber im Laufe des Austauschs mit der Stadt Siegen zu der Erkenntnis führte, dass es momentan eher keine geeigneten freien Flächen gibt. Die Alternative wäre der Umbau eines alten Sportgeländes, das nicht mehr regelmäßig genutzt wird. Beispielhaft wird da der alte Ascheplatz am Haardter Berg genannt. Dieser wurde ja auch im Rahmen der Reihe über die "Lost Grounds" in der SZ schon mal erwähnt. Für all das müssen aber jetzt erst mal wieder neue Konzepte erstellt werden. Man könne das "nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln", so D´Aloia. Es soll aber jetzt angestoßen werden. Eingestellt sind die Gedankenspiele und Bemühungen, sich einen anderen Partner als Klafeld-Geisweid zu suchen. Man will nicht mehr aktiv auf andere Vereine zugehen und das in Eigenregie auf die Beine stellen.
D´Aloia : "Wir müssen jetzt sehen, dass wir losgelöst davon das Heft des Handelns in die Hand nehmen und selbst schauen wie wir die Platzproblematik gelöst bekommen".
So weit so gut oder so schlecht. Wenn man bedenkt, dass die Gespräche mit dem vorherigen Vorstand der Geisweider schon eine ganze Zeitlang stattfanden, ist das natürlich jetzt kurz vor einer Umsetzung ein Rückschlag. Aber ich denke, dass man diesen Strang weiterverfolgt und auch erfolgreich abschließt. Für umso wichtiger halte ich persönlich es, dass parallel dazu das Sportliche in eine Richtung geht, die mit all diesen Bestrebungen Schritt hält. Es sähe ziemlich seltsam aus, wenn man drumherum alles in den Profibereich entwickelt und auf dem Platz scheitert es dann an einem Aufstieg. Deshalb bleibe ich dabei, dass die nächste Saison eine "Schlüsselsaison" sein wird und sein muss. Hier muss vom Trainer bis zur neu zusammengestellten Mannschaft diesmal alles passen. Natürlich immer nur, soweit man das aus menschlichem Ermessen vorher beeinflussen kann. Eine erneute Trainerdiskussion mitten in der Saison darf da nicht wieder Thema sein und die besagten "Unterschiedsspieler" sollten nun auch geholt werden, um dann aus einer gestärkten Gemengelage ein Team zu formen, welches ein konstanter und ernstzunehmender Kandidat für einen Aufstieg sein wird. Die Schwächen, die immer wieder stark oder mal weniger Stark zutage treten, müssen abgestellt werden und es muss eine klare Philosophie auf dem Feld erkennbar sein. Es muss wieder dahin gehen, dass man die Jungs nachts wecken kann und jeder weiß wie seine Laufwege sind und was zu tun ist. Es ist bekannt, dass ich zu jenen gehöre, die die Voraussetzungen dafür momentan nicht oder nur sehr bedingt als gegeben ansehen. In dem Zusammenhang bin ich wirklich gespannt, wie man das letzte große Saison-Highlight am Samstag gestalten wird. Dann sind alle Augen auf SFS gerichtet. Meistermacher oder Meister-Verhinderer? Wie schlägt man sich und welche Qualitäten kann man wirklich auf den Platz bringen? Bei großer Kulisse vor Ort und ebenfalls wohl großem Medieninteresse.
Was den VFL Klafeld-Geisweid betrifft, so bin ich gespannt, ob die Berichterstattung auch hier weiterverfolgt wird und so wie jetzt bei SFS darüber berichtet wird, wie man sich dort das selbständige "Überleben" sichern will. Nur weil man seit Längerem wieder einen etwas besseren Tabellenplatz belegt, sind die Probleme nicht gelöst. Es wäre interessant, von den neuen Verantwortlichen, für die die Hinwendung zu den Sportfreunden überhaupt erst die Initialzündung dargestellt hat, ihrem prekären Verein und dem nach Hilfe rufenden Vorstand unter die Arme zu greifen, mal zu hören, wie sie dieses Unterfangen bewerkstelligen wollen. Nur weil fünf bis sieben "neue" Leute da sind, halte ich es für gewagt, dass die sofort den einen oder anderen bereitwilligen Sponsor unter dem Arm haben und auch auf den anderen Gebieten plötzlich die Lösung aller Probleme anbieten können. Für mich als Außenbetrachter, der über all die Jahre zwar alles verfolgt hat, aber nicht mehr die Nähe zum Verein hat, wie in der Kindheit, war deren oberstes Ziel, erst mal das "Schlimmste" zu verhindern und die Gespräche mit SFS zu beenden. Hier im Ort hört man so das eine und das andere, ohne dass man natürlich eine Garantie geben kann, ob das alles stimmt. Was aber wohl stimmt, ist der Punkt, dass man sich seitens SFS wirklich viel Mühe gemacht hat und explizit Roland Schöler in seiner Rolle dabei sehr gut weggekommen ist und gelobt wird. Und das kann ich mir mehr als gut vorstellen. Wer hat in dieser Gemengelage mehr Erfahrung mit einem strauchelnden, kurz vor dem Exodus stehenden Verein? Und wer kann sich besser in die Lage der Protagonisten versetzen, die versuchen, das irgendwie abzuwenden? Wenn man so mitbekommt, wer da jetzt auf Geisweider Seite dabei ist, wundert es mich bei dem einen oder anderen nicht, dass die Gespräche möglichst schnell abgebrochen wurden. Denn die Hardliner von der Sorte, die mir früher für Leserbriefe, die ich im Sinne von SFS veröffentlicht habe, anonyme Briefe mit allen möglichen Inhalten in den Briefkasten geworfen haben oder mir beim Einkaufen - wenn auch zum Teil mit lustigem Hintergrund - "Schwate" angedroht haben, weil man sich als quasi Ur-Geisweider für "so was" hergibt, diese Hardliner sind vereinzelt immer noch unterwegs. Deshalb bin ich persönlich gespannt, wie all diese Leute nun wieder "blühende Landschaften" schaffen wollen, während der andere Vorstand sich vorher schon den Allerwertesten aufgerissen hat, ohne nachhaltigen Erfolg. Und ich betone es immer wieder - das ganze findet in einem Umfeld und Ortsteil statt, denn ich so empfinde und wahrnehme, wie ich es vor ein paar Tagen hier schon beschrieben habe. Ich wünsche mir, dass man diesen Leuten wirklich die nötigen Antworten abringt, wie sie das bis zum Oberdeck reichende Wasser wieder aus dem Schiff bekommen wollen. Ich gönne es ihnen, im Sinne des Vereins und dieses abgehängten Ortsteils. Aber ich melde mit Blick auf alles was schon versucht wurde, echte Zweifel an. Man ist nicht mehr in den 70er und 80er Jahren. Und dahin wird es weder mit Geisweid noch mit diesem Verein wieder zurückgehen. Ich bin gespannt auf die weitere Berichterstattung.