An Mavroudis haben sich dann gestern wohl die Geister geschieden. Ich persönlich frage mich, wie es sein kann, wenn er denn so schlecht war, dass Köln in der ersten Halbzeit aber trotzdem eher selten durch unser Zentrum durchspaziert ist. Mir hat das im ersten Durchgang gut gefallen, er hat viele Löcher gestopft und war präsent. Man muss ja auch einmal bedenken, dass es a) nicht seine bevorzugte Position ist und er b) gefühlt eine Ewigkeit nicht mehr gespielt hat.
Vielleicht ist es aber auch so, dass viele die Phase ab der 55. Minute bis zur 70. Minute mehr im Fokus haben. Und da haben wir tatsächlich das Zentrum nicht mehr schließen können, Mavroudis UND Saghiri sind da nur noch hinterhergelaufen. Ich stelle mir allerdings die Frage (Achtung: das könnte man als Trainer-Schelte bewerten), warum das unten am Rand nicht gesehen wird und Gutsch viel früher kommt.
Einschub: Wer tatsächlich der Meinung ist, dass Dej es besser gemacht hätte, der möge sich doch bitte mal an das Experiment gegen Oberhausen erinnern. Oder auch schon so manches Spiel in der Oberliga. Dej ist ein feiner Techniker, der sicherlich auf der "zehn" etwas reißen könnte. Aber die Zeiten im defensiven Mittelfeld sind vorbei - dafür fehlt es im an Geschwindigkeit. Ihn gestern auf der Sechs? Damit hätte man ihm gegen diese flinken Kölner einen großen Gefallen getan. NICHT. Oder wie jemand anders sagte: Mavroudis nimmt Dej auf 30 Metern mindestens zehn ab. Aber bitte: Jeder soll da seine Meinung haben. Ich kann diese nicht teilen.
Ich würde gerne mal wissen, wer bei uns dafür zuständig ist, wie wir absichern? Wenn du kurz vor Schluss zurückliegst, dann kannst du durchaus eine Anordnung haben wie wir bei dem Einwurf kurz vor dem 1:1. Aber in der ersten Halbzeit? Bei einer Führung? In der Nachspielzeit? Wie kann es sein, dass Mavroudis allein gegen Lennemann steht, der bekanntlich extrem schnell ist? Warum sieht das keiner auf der Trainerbank in der Entstehung (also vor dem Einwurf) und korrigiert das?
Wir haben auf jeden Fall mal wieder ein ordentliches, in manchen Phasen auch gutes Spiel gesehen. Von uns, vom Gegner. Ich fand die erste Hälfte insgesamt ausgeglichen, da hatten beide Teams Phasen von Ballbesitz. Mit dem Pfostentreffer von Willms hatten wir allerdings die beste Möglichkeit.
Hälfte zwei ging lange Zeit an Köln. Das ist schon eine spielstarke Mannschaft, die glücklicherweise aber zu verspielt sind, viele Schlenker in aussichtsreichen Positionen schlagen, wo man einfach auch mal draufhalten muss. Einen echten Torschuss hatten sie vielleicht einen. Dafür ist der Ball natürlich einige Male durch unseren Fünfmeterraum getrudelt und die Abschlusssituationen waren auch teilwiese sehr gut. Nur sie haben nichts daraus gemacht oder, formulieren wir es positiver: Wir haben uns in jeden Ball geschmissen, drei Viertel der Viererkette bärenstark.
Problematisch aus meiner Sicht allerdings die Kammerbauer-Seite. So stark wie seine Vorbereitung zum 1:0 war, so schlecht sah er in einigen Situationen in der Defensive aus, nicht nur beim Rückpass in der ersten Halbzeit in den Fuß des Gegners. Ich werde mit ihm leider nicht warm, ihm fehlt beim verteidigen Stellungsspiel und Schnelligkeit. Vielleicht sind die Ansprüche aber auch zu hoch, weil Hodroj auf der anderen Seite meist eine Klasse besser ist.
Wie dem auch sei: Endlich nochmal ein gescheites Spiel im Leimbachstadion und ein aus meiner Sicht glücklicher Sieg, den man sich aber irgendwo auch erkämpft hat. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf sicherlich eher entsprochen und wenn der Effzeh am Anfang der Nachspielzeit das 1:2 macht, dürfen wir uns auch nicht beschweren. Da sah Gutsch beim Fehlpass extrem schlecht aus, wurde zum Glück aber nicht bestraft.